Post und FH OÖ forschen an Grüner Verpackung

Post und FH OÖ forschen an Grüner Verpackung

3. November 2021

Post und FH OÖ forschen an Grüner Verpackung

Post und FH Oberösterreich forschen an nachhaltigen Lösungen für den Paketversand

Man merkt, dass die Weihnachtszeit vor der Tür steht, wenn Papiercontainer voller werden - und wenn sie übergehen, ist die Bescherung meist vorbei. Steigt der E-Commerce, also die Bestellungen, steigt auch automatisch die Anzahl der Verpackungen. Über 18 Millionen Pakete wurden alleine im Dezember 2020 durch uns, die Post, zugestellt. Und was per Post kommt, wird meistens ausgepackt und als Geschenk nochmal verpackt. Auch wenn mehr und mehr Konsument*innen versuchen, Verpackung zu sparen oder recyclebare Verpackungen zu nutzen, sehen wir uns als Logistikerin dazu angehalten, nach wiederverwendbaren Lösungen für den Paketversand zu suchen.

Pilotprojekt „Grüne Verpackung“ als Ergebnis 

Seit vergangenem Jahr forschen wir deshalb mit Student*innen der FH Oberösterreich an nachhaltigen Verpackungslösungen für den Paketversand. Das Ergebnis: die „Grüne Verpackung“, ein Pilotprojekt mit 5 kooperierenden Handelsunternehmen (dm, SPAR Österreich, INTERSPORT AUSTRIA, Tchibo Österreich, Thalia Österreich). Mitfinanziert wurde das Ganze durch das Land Oberösterreich. Zusammen bringt man einfach mehr zusammen. Das Projekt soll im Februar 2022 starten.

So funktioniert die „Grüne Verpackung“

Als Kund*in merkt man bei der Bestellung erstmal gar nichts. Die teilnehmenden Handelsunternehmen wickeln Online-Bestellungen wie gewohnt ab und anstatt wie üblich zu verpacken, wird an dieser Stelle dann in wiederverwendbare Verpackungen durch die Post verschickt. Empfänger*innen können dann, nachdem die Produkte ausgepackt sind, die Verpackungen einfach zusammenfalten und über Briefkästen, Post-Geschäftsstellen, SB-Zonen oder über Zusteller*innen wieder retournieren, damit sie wieder bei den Handelsunternehmen landen, wo sie dann gereinigt und erneut versandbereit gemacht werden.

Zitat von DI Umundum zu den nachhaltigen VerpackungslösungenDie nachhaltigen Verpackungslösungen des Pilotprojekts "Grüne Verpackung" der Post gemeinsam mit der FH Oberösterreich

Emissionseinsparungen durch Mehrwegnutzung

In einer Vorstudie der FH Oberösterreich wurden über 40 nachhaltige Verpackungslösungen analysiert. Das Ergebnis: durch den Aufbau eines Mehrwegzyklus sind die größten Emissionseinsparungen möglich. In Zusammenarbeit mit Verpackungsanbieter*innen und den 5 Partner*innenunternehmen wurden dann 4 Verpackungen für den Test ausgewählt:

Re-Zip Boxen:

  • Lebensdauer: 5-10 Zyklen
  • Material: Karton
  • Sehr niedrige Umwelteinflüsse, in Dänemark bereits erprobt

Re-Zip Bags:

  • Lebensdauer: 10-30 Zyklen
  • Material: beschichteter Holzfaserstoff
  • Optimal für Textilien, ermöglicht Vermeidung von Plastik (Polybags)

Packoorang Bags:

  • Lebensdauer: 50-100 Zyklen
  • Material: recyceltes PET
  • Sehr hohe Lebensdauer, durch Polsterung auch für zerbrechliche Güter geeignet

Returnity Weinboxen:

  • Lebensdauer: 100-125 Zyklen
  • Material: recyceltes PET
  • Faltbare Tasche mit Einlage, Versandmöglichkeit für bis zu sechs Flaschen

Das Pilotprojekt soll von Februar bis Juli 2022 laufen, verschickt werden ausgewählte Produktgruppen. Heißt: bitte nicht wundern, falls euer Packerl in üblicher Verpackung kommt. Sobald das Pilotprojekt startet, gibt’s hier oder auf unseren Social Media Kanälen sicher mehr Info dazu.

Ökobilanz des Projekts

Das gesamte Projekt wird durch die FH Oberösterreich einer ökologischen Bilanzierung unterzogen. Da die Verpackungen selbst auch aus nachwachsenden Rohstoffen oder recyceltem PET bestehen, wird im Vergleich zum herkömmlichen Einwegkarton bereits nach wenigen Zyklen der ökologische Break-Even-Punkt erreicht. Die CO2 neutrale Zustellung der Post trägt zusätzlich zur Nachhaltigkeitsbilanz bei.

Nachfrage nach Grünen Verpackungen steigt

Das Mondi Trendbarometer hat 2020 die Ansprüche an das Konsumverhalten sowie die Verpackungen abgefragt. Geeignete Verpackungen spielen dabei beim Online-Einkauf eine Schlüsselrolle, 8 von 10 Verbraucher*innen bewerten die umweltfreundliche Entsorgung von Verpackungen, Recycling und Wiederverwendung als wichtig. Mehr als die Hälfte der Befragten ist sogar bereit, bis zu 3 Euro mehr für Online-Waren zu bezahlen, solange diese ausreichend Schutz, einfache Handhabung und umweltfreundliches Material anbieten. Diese Bereitschaft der Konsument*innen unterstreicht deutlich die Wichtigkeit des Projekts.

Wir freuen uns auf die Ergebnisse!

Weiterführende Links:

FH Oberösterreich

Upcycling bei der Post

CO2 freie Zustellung - kann das funktionieren?

Post, die gut für's Klima ist

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