Elektrisierende News

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14. Oktober 2021

Elektrisierende News

Der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf Elektrofahrzeuge ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um dem Klimawandel entgegenzutreten. Für die Österreichische Post ist dieser Umstieg das Wiederaufgreifen einer altbekannten Methode. Denn bereits 1913 war die Post in Österreich elektrisch unterwegs …

Die Geschichte der Post ist auch eine Geschichte der Elektromobilität.

Schon im Jahr 1901 wurde ein elektrisches Lohner-Porsche-Fahrzeug in Wien-Floridsdorf für den Brief-Postsammeldienst getestet, und im Jahr 1913 war es dann soweit: 29 elektrisch betriebene Paket-Postautomobile nahmen in Wien ihren Betrieb auf und lösten damit die Pferdefuhrwerke ab. Herstellung und Betriebsführung erfolgte damals durch die Österreichische Daimler-Tudor-Gesellschaft, die auch die E-Busse zwischen Volksoper und Stephansplatz betrieb.

Der Fuhrpark der Post hat Strom in seiner DNA.

Im Zuge einer ausgiebigen Recherche zu “100 Jahre Elektromobilität bei der Österreichischen Post” konnte die Post in einer Ausgabe des Zentralorgans für das k.u.k. österreichische Post-, Telephon- und Telegraphen- wesen vom 20. Juni 1913 folgenden Bericht finden:

„Am 15. d. M. wurden 29 Elektromobile – davon 6 Stück als Reserve – im Wiener Postbetrieb in den Dienst gestellt. Sie werden den Beförderungsdienst auf sehr stark belasteten Postkursen besorgen und rund 496.000 km im Jahr zu leisten haben und damit 185.000 zweispännige Fahrten mit Pferdefuhrwerken ersetzen. Das Postelektromobil ist ein Austro-Daimler-Wagen, der von zwei 15-PS-Radnabenmotoren (System Lohner-Porsche) in den Vorderrädern angetrieben wird. Der Strom wird von einem 42-zelligen Akkumulator von insgesamt 300 Ah Kapazität geliefert, der unterhalb des Chassisraumes aufgehängt ist. Die Batterie ermöglicht einen Aktionsradius von 45 km, die Maximalgeschwindigkeit beträgt 18,5 km/h, die Nutzlast ist auf 2.500 kg begrenzt: Letzteres wird mit Gewichtsmessern am Fahrzeug kontrolliert. Da die Tagesleistung der Fahrzeuge größer als die Reichweite der Batterie ist, muss in der Garage ein Batteriewechsel vorgenommen werden, wo mit unterirdischen Aufzügen die Batterien direkt unter das Fahrzeug angehoben und eingeschoben werden. Im Laderaum der Garage können bis zu 56 Batterien gleichzeitig geladen werden, wobei die Ladeplätze mit Geleisen für kleine Rollwagen versehen sind.“

Die Post als E-Mobility-Pionier.

Die Post war damit Pionier beim Einsatz von elektrischen Nutzfahrzeugen. Schließlich ergab sich eine Kosteneinsparung von 20 Prozent gegenüber einem benzinbetriebenen Fuhrpark. Außerdem fiel das Ankurbeln des Motors weg, aber auch den „üblen Geruch“ ersparte man sich, denn es hieß: „das Elektromobil ist unter den selbstbeweglichen Vehikeln ohne Frage das reinlichste“, wie die Österreichische Daimler- Tudor-Gesellschaft festhielt. Nach dem 1.Weltkrieg wurden weitere, schnellere E-Fahrzeuge angeschafft, diesmal von der Austro Daimler AG, später auch von der Perl AG in Liesing, und die monatliche Durchschnittsleistung eines E-Fahrzeuges stieg auf 1.400 km. Mit der Weltwirtschaftskrise wurde der Einsatz noch verstärkt, um an der Einfuhr von teurem Öl zu sparen. Ab 1938 wurden deutsche Bergmann E-Fahrzeuge eingesetzt, die teilweise bis 1977 Verwendung fanden. In den Fünfzigerjahren wurden 160 Elektro-Paketwagen in Dienst gestellt. Sie galten als extrem zuverlässig und lautlos im Nachtbetrieb. 1981 gab es von diesen bis auf Bremsen und Fahrwerk wartungsfreien „ENOs“ immer noch 84 Stück!

Immer am neusten Stand der Technik. 2021 bedeutet das wieder: Elektromobilität.

Die Geschichte der Post war also immer schon eine Geschichte der Mobilität. Und so hat die Post in den letzten 150 Jahren ihren Fuhrpark durch eine Vielzahl an Innovationen stets an den neusten Stand der Technik herangeführt.

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Die ersten Schritte in Richtung Elektromobilität im letzten Jahrhundert waren sehr kostenintensiv, weswegen sich Verbrennungsmotoren im 20. Jahrhundert gesamtgesellschaftlich, und somit auch bei der Post, durchgesetzt haben. Doch durch die Entwicklung immer effizienterer alternativer Energien ist der Fokus nun wieder auf die Elektromobilität gerückt. Nach einer kurzen „stromfreien“ Zeit begann die Post also 2010 wieder, sich ihrer Tradition als E-Pionier zu besinnen und baut nun kontinuierlich die E-Flotte aus, die mit mehr als 2.100 Fahrzeugen mittlerweile zur größten in Österreich angewachsen ist. Der Strom dazu kommt aus hauseigenen Photovoltaikanlagen Mit ihrer E-Flotte spart die Post der Umwelt eine Menge CO2. Und: Ab 2030 wird die Zustellung der Österreichischen Post zu 100 % frei von CO2 sein!

Denn gerade beim Thema Mobilität ist das Motto der Österreichischen Post:

Wir reden nicht nur, wir tun auch.

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